Das "Vielanker Brauhaus"


erreichten 4 Nasen von 273 Jahren über eine echte DDR-Straße

 


4 Nasen saßen im sauber geputzten Auto und lauschten der Navigationsstimme Marion, die es von Bergedorf nach Vielank in das "Vielanker Brauhaus" leiten sollte.

Marion kannte sich wirklich gut aus, denn sie fand in der Nähe von Besitz oder Rosien noch eine echte alte DDR-Straße.

Zunächst war ja noch gewalzter Schotter auf der Fahrbahn, die dann immer mehr mit Gras verschönt worden war. Trabbis, Trecker und vielleicht auch Tretminen hatten der alten DDR-Straße dann eine besondere Note

verliehen und mit Pfützenwasser geebnet.

Was sollte der Fahrer nun machen? Umdrehen oder weiterfahren?

Marion gab den Ton an und ließ das Auto weiterfahren. Kreuz und quer und immer mit Schwung, damit die 4 Nasen von 273 Jahren ja nicht zu Fuß laufen mussten, denn das hätten sie ihren Sommerschuhen bei herrlichem Sonnenschein auch nicht zumuten können.

Wird eine DDR-Straße eigentlich länger, wenn man langsam fährt? Sie kam den 4 Nasen jedenfalls endlos lang vor. Aber was die Trabbis geschafft hatten, schaffte so ein neuer Opel/Vectra schließlich auch, und dann wurde die Fahrbahn wesentlich besser. Links und rechts in Räderbreite waren Betonplatten verlegt und darauf ging es dann die Dreckklumpen laut klöternd aus dem Räderprofil gegen den Fahrzeugboden werfend weiter Richtung Vielank, weil Marion sich ja prima auskennt.

Im Vielanker Brauhaus durften die 4 Nasen ganz naseweis eine Führung durch das Brauhaus erleben, aber nur 3 Nasen durften alle 4 Sorten von dem leckeren Vielanker Bier zum zünftigen Mittagsmahl, Bierkutschersteak, Braumeisterbraten, oder Wildgoulasch mit jeweils leckeren Zutaten trinken, weil die Fahrernase ja keine Bierfahne haben durfte.

Zwischendurch zweimal auf die Toilette und einen Teil des Bieres schäumend wieder abgießen, und dann verließen die 4 Nasen von 273 Jahren die gastliche Stätte wieder in Richtung Fliesenstadt Boizenburg.

Die Navigationsstimme Marion wollte das neue Auto diesmal von der anderen Seite auf die echte DDR-Straße lenken lassen, aber der Fahrer spielte diesmal nicht mehr mit. Marion meckerte und meckerte und forderte immer wieder zum Umdrehen auf, bis sie es schließlich kurz vor der B 195 aufgegeben und eine neue Route für die 4 Nasen von 273 Jahren berechnet hatte.

Plötzlich war es da, das Boizenburger Cafe Stenschke. Herr Stenschke wartete vermutlich schon im Kreis der vielen Gäste auf die 4 Nasen, denn der große Tisch war gerade noch frei. Das traf sich ja gut und so konnte zu dem Kaffee noch ein großes Stück Torte nebst einem Stück Butterkuchen unter jede Nase geschoben werden.

Dann waren die 4 Nasen von 273 Jahren so richtig schön satt und zufrieden. Nach dem freundlichen Verabschieden ist es im Auto ziemlich still gewesen, nur Marion gab den Ton nach Hause an, und Herbert fuhr alle wieder sicher nach Hamburg-Bergedorf.


 
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