Gesund 16

Autor: Herbert Jerrentrup sen. Hamburg

Körper, Geist und Phänomen

eigene Erfahrungen

 

 

Mein Triathlon mit 66 Jahren

 


Nun hast Du meinen Lebenslauf an Krankheiten zum Schmunzeln und mit ernsthaften Erlebnissen gelesen und bist sicher etwas verwundert über die Überschrift.

Triathlon ist doch ein Hochleistungssport. Es besteht aus Streckenschwimmen, Radrennen und Langlauf in einer Disziplin.

Ein Schnellschwimmer bin ich nie gewesen. Ein Rennrad hatte ich mir nie gekauft, aber Dauerlaufen musste ich schon als kleiner Junge wenn wir, einmal wöchentlich zum Handballtraining, etwa 5 km hin und wieder zurück mussten. Mein Mannschaftskamerad hatte schon ein Fahrrad, aber ich hatte Gummisohlen unter meinen schwarzen Stoffturnschuhen, und so gab ich Gummi und lief neben ihm her.

So hatte ich mich vor dem Training schon warm gelaufen, trainierte mit den anderen mit und hatte stets eine gute Kondition.

Handball allein reichte nicht, und so kam noch Judo dazu.

Sport war irgendwie immer mein Leben. In der Polizeischule sollten wir 10.000 m laufen. Es wurde für Sportfeste sondiert und die Schnellsten durften schon duschen und hatten dann ihr Wochenende sicher. Ich war schon geduscht und begab mich, mit meiner Schmutzwäsche zu meinen Eltern, als die letzten Mitläufer das Ziel noch nicht erreicht hatten.

Heute ist unser Sohn viel schneller als ich, weil ich ja auch schließlich 66 Jahre alt bin. Aber mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, wie ein Schlager kundtut.

Meine beschriebenen Krankheits- oder besser Gesundheitserlebnisse sind in den kleinen grauen Gehirnzellen versteckt, denn die Sonne der Gesundheit scheint immer wieder neu.

Mit sportlicher Bewegung hatte ich meine persönlichen Situationen gemeistert, aber wie sollte ich Triathlon schaffen, das ist doch eine „Königsdisziplin des Sports“ und mir wurde schon auf meinem Rudergerät schwarz vor Augen. Das Rudergerät kam weg, und andere Möglichkeiten wurden gestestet.

Einmal am Tag „genieße“ ich vor meinem Training mein geschmackloses Symbicort und besprühe meine Nasenlöcher mit Rhinisan, damit ich ordentlich asthmabedingt atmen kann.

Rückenschule, machte ich regelmäßig so nebenbei. Daran habe ich mich gewöhnt. An meiner Sprossenwand hängen und die "Beinchen" etwas anheben und so, streckte ich meinen Rücken und stärkte die Bauchmuskulatur. Alles langsam und nur nicht übertreiben.

50 mal den einfachen Hampelmann, 50 Bauchaufzüge, noch ein paar Dehnübungen und ich kann meine neueste Errungenschaft betreten, um nicht das Wort besteigen zu benutzen.

Ein Nording-Walking-Lauftrainer war die passende Lösung für mich. Bei 3.000 Schritten habe ich 400 cal auf der Scala und etwas Schweiß am Körper und auf der Stirn.

Gerätetausch nach 6 Jahren

 

 

Mausklick auf neuen Heimtrainer

Dann ergreife ich meine 5-kg-Hanteln. Mehr als 20 Wiederholungen halbhoch, nach vorn und ganz hoch und dann biege ich eine Biegefeder in gleicher Zahl. Meine Arme sind danach ganz schön groggy, aber die frische Luft, meines geöffneten Fensters, weckt neue Lebensgeister, und meine persönliche Gesundheitssonne strahlt in mein Dachfenster.

Mein erstes Trimmrad hatte ich nach gut 40.000 km schon dreimal mit neuen Kugellagern, Schwungrad und Tretlager nebst Pedalen bestückt und dann schließlich doch ausrangiert.

Es musste meinem neumodernen Trimmrad weichen.

 

Trimmrad, Sprossenwand

ohne und mit Bauchtrainer

Auf dieses Trimmrad setze ich mich nun und setze die Pedale in Bewegung. Mein Spiegelschrank von Wand zu Wand ermöglicht mir meine eigene Gesellschaft und persönliche Haltungskontrolle.

Alle elektronischen Skalapunkte klicke ich an und erhöhe langsam die Belastung. Bei einer Trittgeschwindigkeit von etwa 30 km/h erhöht sich mein Trainingspuls schließlich auf 130. Wenn der Tacho 5 km anzeigt, tropft mein Schweiß aus vielen Poren. Er tropft und tropft weiter, bis schließlich die erlösenden 10 km erreicht sind.

Nach 10 km habe ich dann weitere 150 cal verbraucht und zwei Disziplinen meines Triathlons erledigt. Dann bin ich zwar schweißgebadet, aber einen hochroten Kopf der Überbelastung habe ich nicht.

Ich atme tief durch, gönne mir etwas Ruhe, um den Schweißausbruch zu stoppen, und schreite freudig ins Badezimmer. 10 Minuten später habe ich meine dritte Triathlon-Disziplin unter der Dusche erfüllt. Der Schweiß ist weggespült, der Körper warm und kalt geduscht, und ich fühle mich richtig wohl.

Mit diesem Wohlgefühl betrete ich meinen Kombi-Fitnessraum und gehe meinem Trainer oder Sportbegleiter lächelnd entgegen und sehe ihm in die Augen. Meine Güte ist der da im Spiegel gut drauf...

Ein wirklich schönes Gefühl, sein Gewicht zu halten, relativ fit zu sein und die Sonnenseite der Gesundheit erleben zu dürfen.

Am Monatsende kann ich dann anhand meiner Tabelle auf meinem PC meine Triathlon-Leistungstabelle überprüfen.

 

Alles Gute und Gesundheit wünscht auch Dir

Herbert Jerrentrup sen.

 

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