Gesund 20

Autor: Herbert Jerrentrup sen. Hamburg

Körper, Geist und Phänomen

eigene Erfahrungen

 

13. Jan. 2011


Unser neues Laufgerät

 


Nach 6 Jahren regelmäßiger Benutzung hatte unser altes Laufgerät geschwächelt. Trotz ständiger zweimonatiger Wartung und Auswechselung der Gleitlager sind selbst die Achsen unrund geworden. Ich überlegte mir eine neue Lösung und mein Blick fiel auf die Werbung in der Zeitung.

Ich brauchte nicht lange zu überlegen, denn Aldi hatte in seiner Werbung einen Lauftrainer zu einem annehmbaren Preis mit 3 Jahren Garantie. Das Gewicht war mit 56 kg angeben und die Verpackung betrug 15 kg, wie ich später bei Aldi auf dem großen Karton entdeckt hatte. 71 kg sollten doch für einen 71jährigen mit Hilfe seiner Frau bewältigt werden können. Her mit dem Einkaufswagen, rauf mit dem Teil und dann an die Kasse...

„Haben Sie denn genügend Höhe in ihrem Keller?“ fragte ein Kunde, der seinen Lauftrainer wegen zu geringer Höhe leider nicht gebrauchen konnte. Die Höhe in meinem kleinen Fitnessraum passte, aber den großen Karton samt Inhalt in den Kofferraum zu bekommen war für uns beide schwieriger. Ebenso schwierig war dann auch der Weg über die Treppe in unseren Fitnessraum.

Das Leben geht weiter, und mit unserem Herbert war brachte ich die 71 kg nach oben und nahm mir die Bauanleitung gründlich vor. Für den Aufbau waren zwei Personen vorgeschrieben, weil das Grundgestell auf die Nase und auf Hintergestell aufgerichtet werden sollte, damit die querliegenden Fußteile angeschraubt werden konnten.

Meine Helga machte noch Besorgungen, und ich hielt die Montageanleitung grübelnd in der Hand, ob und wie ich es auch allein schaffen könnte.

Ein altes Stück Teppich zum Schutz des Holzfußbodens vor Riefen und zwei kräftige Kanthölzer hinten drunter, damit ich das Fußteil mit den Schrauben befestigen konnte. Die Kanthölzer hinten raus und vorne drunter und ruck zuck war das vordere Fußteil mit den Rollen auch befestigt. Ich lächelte meinem Spiegelbild zu. Das war geschafft. Ganz langsam, ohne Ablenkung folgten die nächsten Handgriffe und das neue Laufgerät stand mit seiner Länge von 135 cm vor mir. Das alte Gerät hatte eine Länge von ca. 70 cm.

Die Trainingszeit sollte 15 Minuten nicht überschreiten stand in der Anleitung, und ich stellte mich mal drauf. Langsam drehte ich das Schwungrad und meine Beine machten im Gegensatz zu den Skischritten echte Laufschritte auf Fußhaltern. Es war ein komisches Gefühl und ich sah eine jämmerliche Gestalt mit weichen Knien und ausgestrecktem Hintern im Spiegel. Aufrecht stehen und locker laufen sollte ich doch, aber was ich da im Spiegel gesehen hatte, reichte für 5 Minuten, dann war meine asthmabehinderte Atmung genug strapaziert. Ich brauchte einfach wieder Ruhe. Später machte ich noch einmal 5 Minuten aber meine Haltung war noch nicht viel besser. Dann änderte ich die Einstellhöhe und kletterte am nächsten Tag noch einmal auf unser neues Laufgerät. Mit besserer Stilnote schaffte ich dann 7 Minuten und beendete mein Trainingsprogramm mit allen anderen Übungen.

Rückwirkend betrachtet hatte ich mich wohl mit dem Ein- und Ausladen und dem alleinigen Aufbau etwas übernommen, denn jetzt schaffe ich die empfohlene Zeit schon viel besser. Natürlich ist die Atmung beschwerlicher und die Stirn wird langsam feucht.

 

Lauftrainer aus der Werbung

Helga in der Diabetes-Rundschau 052014

 

Meine Helga hatte mir zugesehen, und sie stellte sich dann auch auf unser neues Laufgerät. Meine Augen wurden immer größer. Sie stand gerade und lief das Schwungrad drehend 3 Minuten.

„Die Gleitbewegungen waren aber viel leichter“, sagte sie keuchend. „Abwarten“ meinte ich und riet ihr, diese Eingewöhnungszeit zu wiederholen. Am Abend war sie 5 mal 3 Minuten gelaufen.

Am nächsten Morgen begann sie dann mit 4 Minuten. Die Hacken sollten vom Benutzer wie beim Laufen angehoben werden. Ich wollte es ihr gerade sagen und sah dabei auf ihre Füße und staunte. Ihre Hacken hatte sie mit einer Selbstverständlichkeit angehoben als hätte sie jahrelang heimlich geübt.

Nach 6 Tagen schaffte sie schon eine 10-Minuten-Laufzeit.

So locker wie bisher wird sie ihre Trainingszeit wie gewohnt erreichen, denn auf ihre verschwundenen 16 Kilo infolge ihres Diabeteses möchte sie weiter verzichten.

Unsere liebe Ärztin hatte meiner Helga ihr neues Wohlfühlgewicht prophezeit und mit eiserner Disziplin (Fett und Zucker reduziert und dafür die Bewegung gesteigert) hatte sie es ganz langsam geschafft, an Gewicht zu verlieren und die Ausdauer zu steigern.

Für mich hättest Du das Modell auf dem Sportsline Laufgerät auch sein können.

Einfach Klasse mein liebes Herzilein…

 

Herbert Jerrentrup sen.

 

zurück
Inhalt
weiter