Gesund 21

Autor: Herbert Jerrentrup sen. Hamburg

Körper, Geist und Phänomen

eigene Erfahrungen

 

Mein Asthma

 

Höhen, Tiefen und Sonnenschein

 

 


15 Jahre waren vergangen, als ich mein Asthma kennengelernt hatte. Mit Symbicort und schrecklichen eigenen Erlebnissen, sowie vielen Gesprächen mit Ärzten und Leidensgenossen, musste ich erkennen, dass ich von da an mit meinem Asthma leben musste.

Asthmatiker können auch Olympiateilnehmer sein, hatte ich gehört, und so widmete ich mich regelmäßig meinem mir selbst auferlegten Sport.

Zwei Tage Sport und einen Tag Ruhe, so hatte es sich schließlich eingependelt, als ich am 1. Jan. 2000 in den Ruhestand gegangen bin. Im Top-Zustand blieb der Zeiger auf dem Messwert 500 meines Peak Flow Vitalograph stehen.

Meine Hausärztin und ich achteten gemeinsam darauf, dass es mir, gemäß Empfehlung des Lungenfacharztes, asthmatechnisch usw. gut ging.

Ich konnte nach der Neueinstellung mit meinen eigenen Kenntnissen wieder relativ gut mit meinem Asthma umgehen. Meine Trimmeinheiten hatte ich mit 70 Jahren von 20 auf 15 Einheiten reduziert. Einen Tag Sport, einen Tag Erholung und die Peak Flow Werte lagen im grün/gelben Bereich und die Sonne schien…


Meine liebe Helga war seit März 2010 als (Diabetikerin) Zuckerpatientin mit eiserner Disziplin durch die „Jungmühle“ gegangen. Ihr „Geheimnis“: wenig Fett, wenig Zucker essen und viel mehr Bewegung, und schon war sie wieder 23 Jahre alt, denn 23 ist sie schon seit 46 Jahren. Rechne selbst, wie jung sie am 1. Aug. 2011 wird bzw. geworden ist.

Im Sonnenschein radelten wir gemeinsam täglich mehr als 20 km. Vor lauter Freude bemerkte niemand von uns die Pollen 2011. Ich wunderte mich nur, dass mir das Treten der Pedale nicht mehr so leicht gefallen war, und meine Helga irgendwie locker aufschließen konnte.

Vergessen waren meine Schwächen der Pedaltreterei, doch was war das? Meine Muskulatur im Rücken und in den Beinen tat schrecklich weh. Hatte ich etwa meine Bronchen zu viel und zu stark ab- oder freigehustet?

Zwei Tage später lagen die Jahres-Check-Ergebnisse vor, und ich saß vor unserer Ärztin. Organisch war alles wieder im grünen und teils im gelben Bereich. Doch mein Vitalograph erreichte nur noch den Wert 150 im roten Bereich.


Eine Überweisung zum Lungenfacharzt war die Folge.

Noch bevor ich die Überweisung zum Lungenfacharzt bekommen hatte, sprach sie ihre Frage nach Pollen aus.

"Nein, gegen Pollen bin ich nicht allergisch", war meine Antwort. Dann kam Ostern 2011 und meine Ärztin hatte sich auf ihren Urlaub gefreut.

Zum erträglicheren Abhusten des Schleims trank ich ACC-LONG 600 in Wasser aufgelöst und inhalierte mit Bronchoforton, um aus dem roten Bereich zu kommen.

Wenige Tage später hatte ichTermin beim Lungenfacharzt.

Nach intensiver Untersuchung wurden mir zu meinem Symbicort auch noch Singulair 10 mg Tabletten verordnet. Ich sollte die Symbicort-Einnahme verdoppeln und täglich abends eine Singulair Tablette einnehmen. Nach 50 Tabletten folgt das Abschlussgespräch.

Das Eingangsgespräch mit der freundlichen Fachärztin hatte mir sofort wieder Mut gemacht, und der Wert nach der Singulair-Tabletten-Einnahme steigerte sich höher als ich während meines Tiefpunktes erwartet hatte. Bereits am vierten Tag erreichte ich einen Wert von 380. Ob ich nach Einnahme der restlichen 47 Tabletten tatsächlich wieder auf den Wert von 410 kommen würde?

Bisher hatten Allergietests bei mir keine Werte bei Pollen angezeigt. Jetzt hat mich diese Pollenallergie auch getroffen. Ich werde mich auch damit abfinden müssen und folge den Ratschlägen meiner Fachärztin.

Und wieder hatte meine Ärztin mit den Pollen die richtige Vermutung gehabt.

Jeder Asthmatiker erlebt seine persönlichen Tiefpunkte immer mal wieder ganz unverhofft, und so freue ich mich auf meine Positivsituationen…

Mit teuren Medikamenten erreichte ich wieder Werte auf dem Vitalograph bis 500. Ein super Gefühl, und meine Trainingseinheiten konnten sich auch wirklich wieder sehen lassen.

So macht das Leben Freude.

Die Sonne in mir, konnte unsere Goldhochzeit am 10. Aug. 2011 kommen.

Herbert Jerrentrup sen.

 

zurück
Inhalt
weiter