patibu02

Herbert Jerrentrup sen. Hamburg

Patienten- und Helfererlebnisse

 

3 Krankenhausaufenthalte in einem Jahr

 

 

Teerstuhl, Kaffeesatz-Erbrechen und Bewusstlosigkeit


Viele ? ? ? aber keine Klärung,

und der Arzt war weg

 

 

Aus heiterem Himmel hörte ich einen Hilferuf. Dann sauste ich auch schon unsere Treppe hinunter. Es war der 26. März 2013.

Meine Helga saß am Bettrand. Sie war ganz blass und meinte, dass sie es nicht alleine schafft, die Toilette aufzusuchen.

Ich holte unseren „Toiletteneimer“ und mit meiner Hilfe rutschte sie etwas vor und konnte ihr Geschäft erledigen. Das war geschafft, und ich konnte meine Helga wieder in ihr Bett heben.

Aber was war das denn in dem Eimer? Ganz schwarzer Stuhl! So etwas hatte ich noch nie gesehen.

Eimer vom Teerstuhl befreit und ausgespült und aus dem Schlafzimmer hörte ich ein Würgen. Zack zack wieder hin mit dem Eimer und vorgehalten. Es machte zweimal Blup und eine große Menge Kaffeesatz-Erbrechen landete im Eimer. Schnell reinigte ich den Eimer wieder, aber damit war es nicht getan, meine Helga wollte noch einmal auf die Toilette.

Gemeinsam schafften wir es auf die Toilette. Da saß sie nun und ihr Darm hatte sich ein zweites Mal entleert. Ich musste sie festhalten, denn sie brauchte den Eimer noch einmal.

Magen und Darm dürften leer gewesen sein, denn es folgte nur noch schwarzgrüne Gallen-Flüssigkeit. Gut, das ich meine Helga noch festgehalten hatte, denn plötzlich sackte ihr Kopf nach vorn.

Sie war nicht eingeschlafen, nein sie war besinnungslos. Nach längerem Kopfschütteln und Rufen öffnete meine Helga ihre Augen, und sie sah mich aus ganz weiter Ferne an.

„Halt dich an mir fest“, sagte ich und umfasste sie, und irgendwie hatte es tatsächlich geklappt, denn mit ganz kleinen Schritten ging es wieder ins Bett, damit ich die 112 anzurufen konnte.

Im Hinterkopf hatte ich ein Traumerlebnis, wodurch ich meine Ruhe bewahren konnte. Rückblickend hatte ich alles richtig gemacht.

Der Rettungswagen war auch ganz schnell bei uns, und wenig später befanden wir uns auch schon im Krankenhaus in der Notaufnahme.

Die Schachtel der Ibuprofen AL 600 Tabletten hatten wir mit ins Krankenhaus genommen, aber der Aufnahmearzt meinte: "Das kann nicht die Ursache sein."

Ein paar Tage zuvor hatte meine Helga Schmerztabletten verschrieben bekommen. Diese sollte sie morgens und abends einnehmen, weil sie vom Rücken ausgehende Schmerzen hatte, die seitlich durch den Körper bis in den Bauch gewandert waren.

Die Diagnose unserer Ärztin: "Verdacht auf Schleimbeutelentzündung in der Hüfte." Meine Helga bekam eine Spritze und Ibuprofen verschrieben. Davon sollte sie morgens und abends eine Tablette nehmen und nach 3 Wochen wieder vorstellig werden. Da aber keine grundlegende Besserung eingetreten war, hatte Helga nach 17 Tagen die Einnahme der Ibuprofen-Tabletten eingestellt.

 

Im Krankenhaus folgte die Ursachenforschung:

Der Arzt empfahl eine Magenspiegelung, die jedoch keine Ursache deutlich gemacht hatte.

Am nächsten Tag wurde eine Darmspiegelung durchgeführt, die jedoch auch keine Schlüsse auf die Ursache erkennen ließ.

Der dritte Schritt war dann eine Videokapsel, die meine Helga geschluckt hatte, um in jeder Sek. 2 Aufnahmen zu machen und dabei durch den Körper wandern sollte.

Uns ist gesagt worden, dass die Kapsel wieder herauskommen muss. Sollte es nicht so sein, müsste sie operativ entfernt werden.

Nach dem Schlucken der Videokapsel, zeigte ein kleines tragbares Gerät mit einem blauen Licht an, das alles in Ordnung ist. Wenig später hörte sie plötzlich einen Piep-Ton. Daraufhin hatte sie sich noch einmal an die Schwester wenden wollen, als der Arzt auch schon aus dem Computerraum hinzugekommen war und erklärte, das eine Störung eingetreten sei.

Der Versuch war abgebrochen und die Kapsel musste wieder herauskommen. Es hieß abwarten und dann sollte eine Wiederholung mit einer neuen Kapsel erfolgen.

Helgas Bettnachbarin war entlassen worden, und wir waren zu zweit allein in dem Zimmer. Eine herrliche Ablenkung folgte, als plötzlich die Tür aufging. Oma Sanni, Mama Nina und Tante Mona kamen zu Besuch. Dann war unsre Pia noch dazu gekommen, und wir saßen mit sechs Personen um den kleinen runden Tisch. Klein Lio durfte noch nicht mit, denn die Ursache war noch ungeklärt.

Trotzdem war es ein herrlicher Tag für uns Urgroßeltern Helga und Herbert -- und die Videokapsel hatte sich 36 Stunden Zeit gelassen.

Sonnabend vor Ostern: Der Arzt war schon gegangen und Helga bekam ihre Entlassungspapiere von einer Schwester, und eine Überweisung für unsere Hausärztin, denn über Ostern werden derartige Untersuchungen nicht gemacht.

Dienstag nach Ostern waren wir dann bei unserer Hausärztin. Sie machte sich ein Bild anhand der mitgebrachten Unterlagen und tastete Helgas Bauch noch einmal ab, um dann wieder mit einer neuen Überweisung bezüglich der neuen Videokapsel im Krankenaus vorstellig zu werden.

Zwei Tage später konnte Helga dann die neue Kapsel im Krankenhaus schlucken. Wir wanderten durch das ganze Krankenhaus treppauf treppab, machten kleine Pausen und gingen weiter, um der Videokapsel den Weg in den Dünndarm zu erleichtern. Als die Kapsel den Magen verlassen hatte, durften wir nach Hause gehen.

Bewegung ist gut, und so schaltete sich das Gerät am nächsten Morgen tatsächlich von alleine ab. Wenig später folgte dann die Videokapsel auf natürlichen Weg.

Das hatte ja gut geklappt, und dann machten wir uns unverzüglich auf den Weg ins Krankenhaus, um das Videogerät zur Auswertung zurückzubringen.

Das Ergebnis der Kapsel-Esdoskopie:

Befund:

 
 
 
 
Komplette Dünndarmkapselendoskkopie.
Vereinzelt Erosionen im pars descendens duodeni.
Vereinzelt Lymphfollikel sowie red spots im mittleren und distalen Jejunum sowie Ileum.
Restverschmutzungen im Dolon.
Vd.a.kleiner sessiler Polypim Colon ascendens.
 


Die Beurteilung: enthielt Wort für Wort das Gleiche wie der Befund: nur mit dem Unterschied, dass alles fett gedruckt war.

Beurteilung:

 
 
 
 
Komplette Dünndarmkapselendoskkopie.
Vereinzelt Erosionen im pars descendens duodeni.
Vereinzelt Lymphfollikel sowie red spots im mittleren und distalen Jejunum sowie Ileum.
Restverschmutzungen im Dolon.
Vd.a.kleiner sessiler Polypim Colon ascendens.
 


Das war der Abschluss des Oberarztes. Ein Abschlussgespäch hatte es nicht gegeben und die Papiere erhielt Helga von einer Schwester.

Die Bauchbeschwerden blieben als Fragezeichen… und am 17. Juni und Nov. folgte der zweite Krankenhausaufenthalt.



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Abschied von einem Freund